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Handball WM 2027 Favoriten — Dänemark, Frankreich, Deutschland und die Dark Horses im Daten-Check

Sportvorhersagen

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Wenn im Januar 2027 die Handball-Weltmeisterschaft in Deutschland angepfiffen wird, stellt sich die zentrale Frage für jeden, der auf die Handball WM Favoriten wetten möchte: Wer kann Dänemark stoppen? Die Dänen jagen ihren fünften WM-Titel in Serie — ein Rekord, den es im Männerhandball noch nie gegeben hat und der in dieser Form wohl auch nicht so bald wiederholt wird. Vier Weltmeisterschaften hintereinander, dazu Olympiagold und der Europameistertitel — das ist die Bilanz einer Mannschaft, die seit 2019 alles gewinnt, was es zu gewinnen gibt.

Doch so erdrückend Dänemarks Dominanz auch wirkt, der Blick auf die WM 2027 ist komplexer als eine einfache Favoritenwette. Deutschland spielt zu Hause, vor bis zu 19.250 Zuschauern in der Kölner LANXESS Arena, getragen von der Euphorie eines EM-Finales 2026, das die Nation in Atem hielt. Frankreich, mit sechs WM-Titeln die historisch erfolgreichste Handballnation, hat eine neue Generation geformt, die um Revanche brennt. Und hinter den drei großen Namen lauern Teams wie Kroatien — Finalist der WM 2025 — oder Portugal, das bei den letzten Turnieren regelmäßig für Überraschungen gesorgt hat.

Dieser Artikel liefert keine Bauchgefühl-Prognosen. Stattdessen zerlegen wir jeden ernsthaften Titelkandidaten im Daten-Check: Turnierbilanz, Schlüsselspieler, taktische Systeme, Stärken und Schwachstellen. Dazu werfen wir einen Blick auf die direkten Duelle der vergangenen Jahre — denn wer wissen will, wie ein Halbfinale zwischen Dänemark und Deutschland ausgehen könnte, sollte sich nicht auf Gefühle verlassen, sondern auf die Muster, die sieben aufeinanderfolgende Niederlagen hinterlassen haben. Wer nach der Lektüre eine Wette platziert, weiß zumindest genau, worauf er sich einlässt — und wo die Quoten möglicherweise mehr Wert bieten, als der Markt vermuten lässt.

Vier Titel in Serie und eine Mannschaft ohne Schwäche

Die Zahlen sind so absurd, dass man sie zweimal lesen muss. Dänemark hat die letzten vier Weltmeisterschaften gewonnen — 2019, 2021, 2023 und 2025. Keine Männer- und keine Frauennationalmannschaft hatte das zuvor geschafft. Seit Januar 2017 sind die Dänen bei Weltmeisterschaften 37 Spiele in Folge ungeschlagen — der bisherige Rekord lag bei 25 Spielen und gehörte Frankreich. Das ist keine Serie, das ist eine geologische Epoche.

Noch eindrucksvoller als die bloße Siegesserie ist die Art der Siege. Auf dem Weg zum vierten Titel bei der WM 2025 betrug der durchschnittliche Vorsprung Dänemarks +13,4 Tore pro Spiel — ein Wert, den kein Weltmeister in der Geschichte des Turniers je erreicht hat. Im Halbfinale gegen Portugal fiel das 40:27, der höchste Sieg in einem WM-Halbfinale überhaupt und gleichzeitig ein Torrekord für diese Turnierstufe. Solche Ergebnisse verschieben nicht nur die Wahrnehmung — sie verschieben auch die Quotenlinien.

Dänemark ist darüber hinaus erst die zweite Mannschaft der Geschichte, die gleichzeitig den WM-Titel, Olympisches Gold und den EM-Titel hält. Vor ihnen gelang das nur Frankreich zwischen 2008 und 2010 — den legendären „Les Experts“ unter Claude Onesta. Dass Nikolaj Jacobsens Team diesen Dreifach-Triumph nun ebenfalls erreicht hat, unterstreicht, auf welchem Level sich diese Generation bewegt.

Das Dreieck Gidsel, Pytlick, Nielsen

Im Zentrum der dänischen Offensivmaschine steht Mathias Gidsel. Der rechte Rückraumspieler war mit 74 Toren bester Werfer der WM 2025 und wurde zum zweiten Mal in Folge zum MVP gewählt. Im Finale gegen Kroatien traf er 10 von 11 Versuchen — eine Effizienz, die an Absurdität grenzt. Bei der anschließenden EM 2026 legte Gidsel 68 Tore auf, ein neuer Rekord für ein einzelnes Europameisterschaftsturnier. Sein Lauf über die vergangenen Turniere hat ihn siebenmal in Folge ins All-Star-Team gebracht — häufiger als Ivano Balić, der für seinen Rekord von sechs Nominierungen 16 Jahre brauchte.

Doch Gidsel allein erklärt Dänemarks Überlegenheit nicht. Emil Pytlick ergänzt ihn perfekt im Rückraum. Zusammen erzielten die beiden bei der EM 2026 rund 43 Prozent aller dänischen Tore — eine Abhängigkeit von zwei Spielern, die entweder als Stärke oder als potenzielle Schwachstelle gelesen werden kann, je nachdem, ob man Optimist oder Wettanalyst ist.

Im Tor steht Emil Nielsen, der bei der WM 2025 laut der offiziellen IHF-Statistik eine Fangquote von 43 Prozent erreichte — 125 Paraden bei 294 Würfen, im Schnitt 13,8 Paraden pro Spiel. Zum Vergleich: Die meisten WM-Torhüter bewegen sich zwischen 30 und 35 Prozent. Nielsen spielt nicht nur gut, er verschiebt die Torlinien ganzer Spiele nach unten.

Jacobsens System

Trainer Nikolaj Jacobsen hat ein Team geformt, das gleichermaßen im Umschaltspiel wie im Positionsangriff funktioniert. Die Dänen sind in der Lage, innerhalb weniger Sekunden vom Defensivblock zum schnellen Gegenstoß zu wechseln — ein Tempowechsel, der gegnerische Abwehrreihen regelmäßig überfordert. Die Kaderbreite ist enorm: Jacobsen rotiert ohne erkennbaren Qualitätsverlust, was im Turniermodus mit drei Spielen in fünf Tagen ein entscheidender Vorteil ist.

„The good thing about training the Danish handball team is always the moment. We always have the chance to win.“ — so beschrieb Jacobsen seine Philosophie in einem Interview mit der EHF vor der EM 2026. Es klingt lapidar, fast bescheiden. In Wahrheit fasst dieser Satz die Mentalität einer Mannschaft zusammen, die jedes Turnier mit der gleichen kalten Professionalität angeht — egal, ob sie als Titelverteidiger oder als Rekordchampion antritt.

Für Wettende bedeutet das: Dänemark wird auch bei der WM 2027 der klare Favorit sein, und die Quoten werden entsprechend niedrig ausfallen. Die Frage ist nicht, ob sie favorisiert sind, sondern ob der Preis, den der Markt dafür verlangt, angemessen ist. Bei einem Team, das seit fast einem Jahrzehnt alles gewinnt, lautet die ehrliche Antwort: meistens ja. Aber nicht immer.

Sechs Titel, eine neue Generation und der Hunger nach Revanche

Sechs Weltmeistertitel machen Frankreich zur historisch erfolgreichsten Nation im Männerhandball. Die Ära zwischen 2001 und 2017 — dominiert von Claude Onesta an der Seitenlinie und Spielern wie Nikola Karabatić, Thierry Omeyer und Daniel Narcisse — hat den Sport geprägt wie kein anderes Kapitel. Frankreich war es, das zwischen 2008 und 2010 als erste Nation die „Triple Crown“ aus WM, Olympia und EM gleichzeitig hielt — jene Benchmark, die Dänemark inzwischen eingeholt hat. Doch während die Dänen auf der Überholspur sind, sucht Frankreich seit einem Jahrzehnt nach dem nächsten großen Titel.

Seit dem letzten WM-Gold 2017 ist Frankreich allerdings auf Titelsuche. Bei der WM 2025 reichte es für Bronze — respektabel, aber für ein Land, das sich als Handballgroßmacht versteht, nicht mehr als Schadensbegrenzung. Das Olympische Silber 2024 zeigte, dass die Mannschaft unter Trainer Guillaume Gille auf höchstem Niveau mithalten kann, aber im entscheidenden Moment gegen Dänemark den Kürzeren zieht.

Kadertiefe als Trumpf

Frankreichs größtes Kapital ist die Nachwuchsarbeit. Die nationale Handball-Liga gehört zu den stärksten der Welt, und der Zustrom junger Talente reißt nicht ab. Spieler wie Dika Mem im rechten Rückraum, Nedim Remili als Spielmacher und Elohim Prandi bringen die Mischung aus Athletik und Spielintelligenz mit, die auf WM-Niveau den Unterschied machen kann. Im Tor hat Vincent Gérard zwar an Konstanz verloren, doch mit Wesley Pardin und Rémi Desbonnet stehen zwei Torhüter bereit, die in der Champions League regelmäßig auf höchstem Niveau halten.

Taktisch setzt Gille auf ein System, das weniger auf individuelles Tempo setzt als das dänische Modell, dafür stärker auf kollektive Abwehrarbeit und Positionsangriff. Frankreichs 6:0-Deckung ist nach wie vor eine der stabilsten im Welthandball. Das Problem: Gegen Dänemarks Schnelligkeit und Torgefahr reicht Stabilität allein oft nicht aus.

Schwachstellen und WM-Chancen

Frankreichs größte Herausforderung liegt im Generationswechsel. Die Ära Karabatić ist endgültig vorbei, und die neue Generation muss erst beweisen, dass sie in einem WM-Finale die Nerven behält. Dazu kommt, dass Frankreich auswärts gegen Dänemark antreten muss — ohne den Vorteil eigener Zuschauer, den sie bei der Heim-WM 2017 noch hatten.

Für Wettende ist Frankreich dennoch die interessanteste Alternative zu Dänemark. Die Quoten werden deutlich höher liegen als die des Titelverteidigers, und bei einem Team mit dieser Tradition und dieser Kaderbreite ist ein Lauf bis ins Finale keineswegs unrealistisch. Ob es dann für den Titel reicht, hängt davon ab, ob jemand einen Weg gefunden hat, Gidsel und Nielsen gleichzeitig zu neutralisieren. Stand März 2026 hat das noch niemand geschafft.

Zwischen EM-Silber und sieben Niederlagen gegen Dänemark

Das Finale der Europameisterschaft 2026 war ein Wendepunkt für den deutschen Handball — in beide Richtungen. Einerseits erreichte das DHB-Team unter Alfred Gislason das Endspiel eines Großturniers, was niemand ernsthaft erwartet hatte. Andererseits endete dieses Finale mit einem 27:34 gegen Dänemark, und die Schlussviertelstunde offenbarte eine Kluft, die das bloße Ergebnis noch größer erscheinen ließ, als sie tatsächlich war.

Der Verlauf erzählt allerdings eine differenziertere Geschichte. Bis zur 55. Minute stand es 27:29 — zwei Tore Rückstand gegen die beste Handballmannschaft der Welt, in deren eigener Halle. Dann brach Deutschland ein, kassierte fünf Gegentore ohne eigenen Treffer und verlor die Kontrolle über ein Spiel, das bis dahin offen gewesen war. Bundestrainer Gislason brachte es nach dem Abpfiff auf den Punkt: „Das Ergebnis ist mit Sicherheit zu hoch. Eigentlich muss alles klappen, um gegen diese Dänen zu gewinnen. Wir waren nah dran.“ — eine Analyse bei der Sportschau, die gleichermaßen als Selbstkritik und als Standortbestimmung zu lesen ist.

Wolff, Golla und die neue Generation

Andreas Wolff war im EM-Finale mit 14 Paraden der Anker, der Deutschland überhaupt erst in Reichweite des Titels hielt. Gemeinsam mit Kapitän Johannes Golla schaffte er es ins All-Star-Team des Turniers — eine Auszeichnung, die belegt, dass Deutschland in einzelnen Positionen Weltklasse bietet. Wolff bleibt der Faktor im Tor, der über Sieg und Niederlage entscheiden kann. Seine WM-2025-Statistik zeigt allerdings auch die Realität: 38 Prozent Fangquote, deutlich hinter Nielsens 43 Prozent. Im direkten Duell mit Dänemark fehlt oft genau diese Differenz.

Die Hoffnung ruht auf der nächsten Generation. Juri Knorr im Rückraum hat das Potenzial zum Weltklasse-Spielmacher, ist aber in großen Momenten noch nicht konstant genug. Timo Kastening auf Rechtsaußen bringt Tempo und Torgefahr, Renars Uscins entwickelt sich zum verlässlichen Scorer. Die Frage ist, ob diese jungen Spieler in einer Heim-WM-Atmosphäre aufblühen oder unter dem Druck zusammenbrechen.

Die Last der Serie

Ein Datenpunkt, den jeder Wettende kennen sollte: Deutschland hat sieben offizielle Spiele in Folge gegen Dänemark verloren — darunter das 26:39 im Olympia-Finale 2024 und das 30:40 bei der WM 2025. Die letzte deutsche Pflichtspiel-Niederlage gegen Dänemark, die keine war, liegt im Januar 2016 bei der EM. Seitdem ist jedes Aufeinandertreffen dasselbe Muster: Deutschland hält mit, manchmal bis zur Schlussphase, und verliert dann klar.

Das ist kein Zufall, sondern ein strukturelles Problem. Dänemark hat in der Breite mehr Qualität, rotiert besser und hält das Niveau über 60 Minuten. Deutschland hat starke Halbzeiten, aber selten zwei starke in Folge.

Heimvorteil als Variable

Der Faktor, der alle Berechnungen durcheinanderbringen kann, heißt Heimvorteil. 2007 gewann Deutschland die WM im eigenen Land — das „Wintermärchen“ in der Kölner Arena bleibt eines der emotionalsten Kapitel der Sportgeschichte. Die WM 2027 findet in denselben Hallen statt, teilweise sogar in derselben Arena. Sechs Städte, 112 Spiele, bis zu einer Million Zuschauer — die Kulisse wird gewaltig sein.

Historisch betrachtet schneiden Gastgeber bei Handball-Weltmeisterschaften überdurchschnittlich ab. Die Frage für Wettende ist, ob der Markt diesen Heimvorteil bereits einpreist oder ob die Quoten für Deutschland mehr Value bieten, als es die nüchterne Leistungsbilanz vermuten lässt. Das EM-Silber 2026 spricht dafür, dass dieses Team zu einem tiefen Turnierlauf fähig ist. Die sieben Niederlagen gegen Dänemark sprechen dagegen, dass am Ende der Titel steht.

Golla fasste die Situation nach dem EM-Finale im ZDF-Interview nüchtern zusammen: „Ich bin erstmal stolz auf die Leistung und das ganze Turnier. Das Ergebnis fällt deutlicher aus, als es das Spiel hergegeben hat. Wir machen am Ende zu viele leichte Fehler.“ Genau diese leichten Fehler trennen Deutschland vom Titel — und genau sie machen die Quoten für Wettende interessant.

Außenseiter mit zweistelligen Quoten und realen Chancen

Hinter den drei großen Favoriten gibt es eine Gruppe von Mannschaften, deren Quoten im zweistelligen Bereich liegen — und die trotzdem nicht zu unterschätzen sind. Bei der WM 2025 sorgten gleich mehrere von ihnen für Ergebnisse, die kein Quotenmodell vorhergesagt hätte. Der offizielle IHF-Abschlussranking zeigt, dass die Lücke zwischen Platz 3 und Platz 6 kleiner ist, als die Wettquoten vermuten lassen.

Kroatien: Finalist mit Tradition

Kroatien erreichte bei der WM 2025 das Finale — der erste Endspielauftritt seit 2009. Das 26:32 gegen Dänemark war zwar deutlich, doch der Weg dorthin zeigte eine Mannschaft, die im K.o.-Modus über sich hinauswachsen kann. Die Kroaten verfügen über eine der erfahrensten Rückraumreihen im Welthandball und eine Torhüterposition, die in einzelnen Spielen Weltklasse erreicht. Trainer Dagur Sigurdsson, der 2016 mit Deutschland EM-Gold gewann, kennt das System und weiß, wie man Turnierphasen managt.

Das Problem: Kroatien fehlt bei der WM 2027 der Heimvorteil — die WM 2025 fand teilweise in Zagreb statt. Ohne eigenes Publikum muss die Mannschaft beweisen, dass die Finalleistung kein Einzelfall war. Für Wettende bieten kroatische Quoten dennoch Potenzial, besonders in Einzelspielen der K.o.-Phase, wo Kroatiens Erfahrung und Nervenstärke den Unterschied machen können.

Portugal: Der leise Aufsteiger

Portugal beendete die WM 2025 auf Platz vier — nach einem dramatischen 31:30-Sieg gegen Deutschland im Viertelfinale, der erst in der Verlängerung fiel. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer jahrelangen Aufbauarbeit. Die portugiesische Liga hat an Qualität gewonnen, Spieler wie die Brüder Martim und Francisco Costa oder Rückraumspieler Miguel Martins spielen inzwischen in der Champions League. Portugal ist technisch stark, taktisch diszipliniert und hat den Vorteil, dass kaum jemand sie auf dem Zettel hat — was die Quoten nach oben treibt.

Ägypten: Afrikas Konstante

Ägypten belegte bei der WM 2025 Platz fünf und hat sich als beste nicht-europäische Mannschaft etabliert. Die Mischung aus körperlicher Präsenz, einer starken Torhüterposition und einer leidenschaftlichen Fanbase — auch auswärts — macht Ägypten zu einem unbequemen Gegner. Taktisch agiert die Mannschaft unter Trainer Roberto García Parrondo defensiv kompakt und setzt auf Konter. Für Über/Unter-Wetten ein relevanter Faktor: Spiele mit ägyptischer Beteiligung tendieren zu niedrigeren Toranzahlen, weil das Tempo bewusst gedrosselt wird.

Schweden: Comeback der Nordländer

Schweden war bei den letzten Weltmeisterschaften nicht mehr auf Topniveau vertreten, doch die Mannschaft befindet sich im Umbruch. Eine neue Generation um Jim Gottfridsson und Hampus Wanne hat bei der EM 2026 gezeigt, dass die schwedische Handballschule noch immer Spieler auf Weltniveau produziert. In der eigenen nordischen Komfortzone — die WM 2027 bietet mit Kiel und Hannover geografisch günstige Spielorte — könnte Schweden für Überraschungen sorgen.

Wett-Relevanz der Dark Horses

Keine dieser Mannschaften wird als Favorit in die WM 2027 gehen. Genau das macht sie für Wettende interessant. In der Gruppenphase und in der Hauptrunde bieten Spiele mit Dark-Horse-Beteiligung regelmäßig attraktive Quoten, weil der Markt dazu neigt, die Lücke zwischen etablierten und aufstrebenden Nationen zu überschätzen. Die WM 2025 hat gezeigt, dass Kroatien ein Finale erreichen, Portugal Deutschland schlagen und Ägypten jeden Gegner unter 25 Tore halten kann. Das sind keine Ausreißer — das sind Trends, die sich in Quoten umrechnen lassen.

Wer schlägt wen? Die direkten Duelle der letzten Turniere

Statistiken einzelner Teams sind aufschlussreich, aber die wahre Aussagekraft liegt in den direkten Begegnungen. Wer bei einer WM-Wette den Favoriten bestimmen will, muss wissen, wie sich die Top-Nationen untereinander schlagen — nicht gegen Außenseiter in der Gruppenphase, sondern auf Augenhöhe in den entscheidenden Runden.

Dänemark gegen Frankreich

Die Rivalität zwischen Dänemark und Frankreich ist das bestimmende Duell der letzten Dekade. In den vergangenen drei großen Turnieren — WM 2023, Olympia 2024, WM 2025 — trafen beide Teams jeweils aufeinander, und jedes Mal gewann Dänemark. Die Spiele waren hart umkämpft, endeten aber stets mit einem Vorsprung von drei bis sechs Toren. Frankreich hat die individuelle Klasse, um mitzuhalten, verliert aber regelmäßig in der Schlussphase die Präzision. Für Wettende bedeutet das: In einem direkten Duell ist Dänemark der klare Favorit, aber Handicap-Linien von -5.5 oder mehr sind riskant, weil Frankreich die Lücke kleiner halten kann als die meisten anderen Teams.

Dänemark gegen Deutschland

Sieben Niederlagen in Serie sprechen eine unmissverständliche Sprache. Deutschland hat seit 2016 kein Pflichtspiel gegen Dänemark gewonnen, und die Ergebnisse der letzten Turniere — 26:39 im Olympia-Finale 2024, 30:40 bei der WM 2025, 27:34 im EM-Finale 2026 — zeigen ein klares Muster: In der ersten Halbzeit hält Deutschland mit, in der zweiten bricht die Qualitätslücke auf. Für Wettende heißt das: Halbzeit-Wetten auf Deutschland können Value bieten, wenn die Quote stimmt. Auf den Gesamtsieg zu setzen, erfordert hingegen den Glauben an einen historischen Bruch — und der muss extra bezahlt werden.

Frankreich gegen Deutschland

Die Bilanz zwischen Frankreich und Deutschland ist ausgeglichener als es die Turnierergebnisse vermuten lassen. In direkten Duellen der vergangenen Jahre wechselten Siege und Niederlagen, wobei die Spiele häufig durch ein oder zwei Tore entschieden wurden. Dieses Duell ist für Wettende deshalb besonders interessant, weil der Markt dazu neigt, Frankreich als klaren Favoriten einzupreisen — was bei einem ausgeglichenen Head-to-Head nicht immer gerechtfertigt ist. Wer Deutschland in einem solchen Spiel zu einer Quote von 3.50 oder höher bekommt, sieht möglicherweise Value.

Dark Horses im Direktvergleich

Kroatien hat bei der WM 2025 bewiesen, dass es gegen jeden Gegner außer Dänemark gewinnen kann. Das Halbfinale gegen Frankreich und das Viertelfinale waren knappe Angelegenheiten, die in beide Richtungen hätten gehen können. Portugal schlug Deutschland in der Verlängerung 31:30 — ein Ergebnis, das zeigt, wie dünn die Trennlinie zwischen Platz 4 und Platz 6 in Wirklichkeit ist. Für die WM 2027 gilt: In den Viertelfinals, wo Dark Horses auf Top-Nationen treffen, liegen die wertvollsten Wettgelegenheiten. Die Quoten spiegeln dort die historische Hierarchie wider, nicht die aktuelle Form — und genau diese Diskrepanz lässt sich nutzen.

Drei Stufen, ein Turnier und die Frage nach dem richtigen Preis

Die Hierarchie der Handball WM 2027 Favoriten lässt sich in drei Stufen lesen. Auf der ersten steht Dänemark — allein, mit vier Titeln in Serie, einer Ungeschlagen-Serie von 37 WM-Spielen und einem Kader, der in keiner Position eine echte Schwäche zeigt. Die Frage bei Dänemark ist nie, ob sie gewinnen können, sondern ob die Quote, die der Markt anbietet, den Einsatz rechtfertigt.

Auf der zweiten Stufe stehen Frankreich und Deutschland. Frankreich bringt sechs WM-Titel, eine der tiefsten Kaderbänke im Welthandball und die Erfahrung mit, in großen Momenten zu bestehen. Deutschland hat das EM-Silber 2026, den Heimvorteil und eine Torhüterposition, die in Einzelspielen Weltklasse erreicht. Beide Teams sind realistisch für das Halbfinale gesetzt, beide haben eine echte — wenn auch kleine — Chance auf den Titel, sollte Dänemark einen schlechten Tag erwischen.

Auf der dritten Stufe warten die Dark Horses: Kroatien mit seiner Finalerfahrung, Portugal als technisch brillanter Aufsteiger, Ägypten als defensive Festung und Schweden als wiedererwachte Handballnation. Keines dieser Teams wird den Titel holen, aber jedes kann in Einzelspielen Favoriten bezwingen — und genau dort liegt der Wert für strategische Wettende.

Der Daten-Check zeigt: Wer bei der WM 2027 auf Favoriten wettet, bezahlt für Sicherheit. Wer Wert sucht, muss tiefer graben — in die Head-to-Head-Bilanzen, in die Kaderrotation, in die Frage, wie ein Team die zweite Halbzeit spielt. Die Zahlen lügen selten, aber sie erzählen auch nie die ganze Geschichte.